Neues Spielzeug für 3D-Druck-Fans
Der Creality K3 und das "KliTek"-System
Creality hat mit dem K3 ein ziemlich spannendes Eisen im Feuer, das besonders für alle, die genervt von langsamen Farbwechseln sind, ein echter Gamechanger sein könnte. Hier ist zusammengefasst, was der neue Drucker für uns Hobby-Maker bedeutet:
Schluss mit dem Spül-Wahnsinn
Im Mai hatte Creality bereits das "KliTek"-System angeteasert. Der Clou: Beim Mehrfarbdruck wird nicht das Filament mühsam im selben Hotend gewechselt, sondern der Drucker tauscht einfach die komplette Düseneinheit (Düse, Hotend und Bowdenschlauch). Jede Farbe hat also ihren eigenen, geschlossenen Kanal. Das ewige Zurückziehen und der gigantische Spülverlust ("Poop"), den wir von anderen Systemen kennen, entfallen damit fast komplett.
Das schlägt sich in der Geschwindigkeit nieder: Ein reiner Düsenwechsel dauert laut Creality nur 4,8 Sekunden, ein kompletter Farb- oder Materialwechsel ist in 15 Sekunden erledigt. Mehrfarbdrucke sollen so bis zu 5-mal schneller durchlaufen! Angst vor Layer-Shifts nach dem Wechsel? Laut Hersteller fährt der Kopf mit einer extremen Präzision von maximal 25 Mikrometern Abweichung zurück an seinen Platz. Satte 37 Sensoren (12 davon nur für den Wechsel) überwachen das Ganze.
Unter der Haube: Speed & leiseres Drucken
- Bauraum: 260 × 260 × 260 mm – eine sehr ordentliche Größe für die allermeisten Projekte.
- Speed: 500 mm/s Druckgeschwindigkeit bei einer Beschleunigung von 20.000 mm/s².
- Hardware: Direct-Drive-Extruder mit gehärteten Stahlzahnrädern (perfekt für Abrasives wie Carbon) und Step-Servo-Motoren.
- Temperaturen: Düse bis 300 °C, Heizbett bis 100 °C.
- Akustik: Durch einen um 30 % steiferen Rahmen und eine selbstentwickelte Motorsteuerung soll der Drucker um 7 Dezibel leiser arbeiten. Sehr willkommen, wenn das Teil im Arbeitszimmer steht!
Das Killer-Feature: Düsen mixen!
Der K3 fasst bis zu vier Düsen (0,2 bis 0,8 mm) und vier Filamente. Das absolut Geniale daran: Ihr könnt verschiedene Düsengrößen in einem Druck kombinieren! Zum Beispiel druckt ihr die Außenwände super detailliert mit einer 0,4-mm-Düse und wechselt für das Infill auf eine fette 0,8-mm-Düse, um massiv Druckzeit zu sparen. Auch Farbmischungen nach dem CMYK-Prinzip (Cyan, Magenta, Gelb + Schwarz/Weiß) sind machbar. Einzige Voraussetzung: Ihr müsst den hauseigenen Creality Print Slicer (ab V7.0) nutzen. Eigene Creality-Filamente werden zudem bequem per RFID erkannt.
Ein Traum für flexibles Filament
Wer schon mal an weichem TPU verzweifelt ist, darf aufhorchen. Durch ein Push-Pull-System namens "S-Drive" erreicht der Drucker selbst mit TPU 95A einen Durchfluss von krassen 15 mm³/s (Standard ist oft nur 2 bis 3 mm³/s).
- Offen (ohne Deckel): PLA, PETG, TPU 95A und CF-Varianten (PLA-CF, PETG-CF).
- Geschlossen (mit Deckel): Auch Zicken wie ABS, ASA, PC, PA (Nylon) und PP.
- Mit Multi-Material-Kit: Wasserlösliches Stützmaterial (PVA, BVOH) und extrem weiches TPU bis runter auf 85A (auf der Promo-Seite wird sogar mit 80A geworben).
Smarte Features & Wermutstropfen
Zur Komfortausstattung gehören eine PEI-Federstahlplatte, ein knapp 4 Zoll großer Touchscreen, 8 GB Speicher und eine 720p-Kamera mit Beleuchtung. Sehr cool: Eine KI-Erkennung stoppt den Druck automatisch bei "Spaghetti", verstopften Düsen oder verheddertem Filament.
Ein kleiner Schock ist der Stromverbrauch: Die Kiste wiegt stolze 22 kg (Maße: 420 × 482 × 536 mm) und zieht im Standby-Modus laut Datenblatt rund 160 Watt – das ist für den Leerlauf ziemlich happig.
Fazit: Der K3 klingt nach einer echten Revolution für Maker, vor allem was die Kombination unterschiedlicher Düsen und den TPU-Druck angeht. Einen Preis oder ein festes Release-Datum bleibt uns Creality aber noch schuldig. Es heißt also abwarten und Tee trinken – oder schon mal das Sparschwein füttern.