Formnext 2026: Die Maker-Szene und der Hobby-3D-Druck rücken in den Fokus
Die Formnext 2026 will den Fokus noch stärker auf industrielle Anwendungen der additiven Fertigung legen. Wenn sich vom 17. bis 20. November in Frankfurt Anbieter, Anwender und Entscheider aus dem AM-Umfeld treffen, lohnt sich der Blick jedoch auch für die engagierte Hobby-Szene. Der Veranstalter Mesago Messe Frankfurt rechnet mit rund 800 Ausstellern, die neue Technologien entlang der gesamten Prozesskette zeigen – vom Drucksystem über fortschrittliche Materialien bis zum Postprocessing. Die Innovationen, die hier für die Industrie präsentiert werden, sind oft die Vorboten für Features, die wenig später auch in Desktop-Druckern für den Heimgebrauch Einzug halten.
Hintergrund ist ein Markt, in dem Unternehmen stärker auf flexible Fertigung, belastbare Lieferketten und skalierbare Produktionsmodelle achten. Besonders in Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Energie, Medizintechnik und der Halbleiterindustrie sieht der Veranstalter Wachstumsimpulse. Für Heimanwender ist diese Entwicklung insofern relevant, als dass die hier geforderte Zuverlässigkeit und Materialvielfalt langfristig auch die Qualität und das Hardware-Angebot im Consumer-Segment antreiben. Entscheidend für die Industrie ist dabei die Integration in qualifizierte Serienprozesse.
„Gerade in der aktuellen Marktphase zeigt sich, wie wichtig Austausch, Orientierung und Zugang zu Innovationen sind“, erklärt Sascha F. Wenzler, Vice President Formnext beim Veranstalter Mesago Messe Frankfurt GmbH. „Die Formnext bringt die entscheidenden Akteure zusammen und schafft den Rahmen, in dem neue Impulse für die industrielle Anwendung der Additiven Fertigung entstehen können.“
Inhaltlich soll die Messe verstärkt konkrete Anwendungen zeigen, was auch für Maker und Technikbegeisterte viel Inspiration bietet. Die Industry & Application Stage behandelt branchenübergreifende Einsatzfälle, während die Technology Stage neue Systeme und Verfahren vorstellt. Besonders die geplante Postprocessing-Sonderschau dürfte auch für Hobbyisten von großem Interesse sein, die nach neuen Wegen zur Glättung und Veredelung ihrer Drucke suchen. Ergänzt wird das rein industrielle Programm durch einen Defence Summit, Formate für Maschinen- und Bauwesen sowie einen von ASTM International organisierten Innovation and Standards Summit zum Thema Normung.
„Die Additive Fertigung ist zwar bereits in vielen Industrien fester Bestandteil der Produktion, jedoch sind die Technologien nach wie vor komplex, bedürfen dem Aufbau von Expertise und allem voran der Identifikation relevanter Geschäftsmodelle und -potentiale”, erklärt Christoph Stüker, Vice President Formnext. „Genau hier setzen wir mit diversen Formaten an, um diesen Austausch – auch branchenübergreifend – zu ermöglichen.“
Auch die Hallenplanung wurde angepasst: Statt vier Ebenen nutzt die Formnext 2026 die Hallen 11.0, 12.0 und 12.1. Damit sollen die Wege verkürzt werden, ohne die Ausstellungsfläche wesentlich zu reduzieren. Für die AM-Branche wird entscheidend sein, ob die Anwendungen nachvollziehbare Kosten-, Qualitäts- und Skalierungsvorteile im industriellen Alltag belegen können. Für die Hobby-Community bleibt indes die spannende Frage, welche dieser industriellen Qualitäts- und Kostenvorteile als Nächstes den Weg auf den heimischen Schreibtisch finden.
(Autor: 3Druck.com/lucia; ndl)