Bildbeschreibung

Wer im 3D-Druck-Hobby nach Möglichkeiten sucht, Gewicht zu sparen, stößt unweigerlich auf spezielle Filamente. Prusa Research hat mit dem Prusament PLA Lightweight ein Material auf den Markt gebracht, das besonders für Maker und Bastler spannende neue Türen öffnet. Die auffällige Farbe Coral Orange ist dabei nur eines der Highlights.

Aber hält das Filament, was es verspricht? Hier ist ein detaillierter Blick auf die Eigenschaften und Besonderheiten für dein nächstes Projekt.

Wie funktioniert PLA Lightweight?

Das Geheimnis von Lightweight-Filamenten liegt in ihrer chemischen Zusammensetzung. Das Material enthält spezielle Additive, die als Schaumbildner fungieren. Sobald das Filament im Hotend erhitzt wird (empfohlen werden Temperaturen zwischen 215 und 235 °C), dehnen sich diese Additive rasant aus.

Das Ergebnis ist eine schaumartige, poröse Struktur im gedruckten Bauteil. Dadurch lassen sich Modelle drucken, die bis zu 65 % leichter sind als Teile aus herkömmlichem PLA. Zudem ist das Filament äußerst ergiebig: Da das Material aufschäumt, verbraucht man pro Volumen deutlich weniger Gramm. Aus einer 1-kg-Spule bekommt man effektiv zwei- bis dreimal so viele Bauteile heraus wie aus klassischem PLA.

Ideal für den Hobby- und Modellbau

Dieses extrem geringe Gewicht macht das Material zur perfekten Wahl für spezifische Nischen im Hobby-Bereich:

  • Flugmodellbau (RC): Ob Drohnen, Modellflugzeuge oder Segler – beim Fliegen zählt jedes Gramm. PLA Lightweight liefert hier die nötige Volumenstruktur bei minimalem Gewicht, sodass selbst größere Rumpfteile flugfähig bleiben.
  • Cosplay und Requisiten: Große Rüstungsteile, Helme oder Waffen-Requisiten aus Standard-Kunststoffen werden schnell extrem schwer und unkomfortabel. Mit der aufgeschäumten Struktur lassen sich auch ausladende Kostümteile stundenlang auf Conventions angenehm tragen.
  • Isolierende Anwendungen: Die unzähligen kleinen Lufteinschlüsse im Material wirken stark isolierend. Für individuelle Flaschenhüllen oder Temperatur-Inlays für Kühlboxen ist das ein fantastischer Nebeneffekt.

Optik und Oberflächenbeschaffenheit

Ein großer Pluspunkt des Prusament PLA Lightweight ist sein Finish. Während normales PLA oft glänzt und Schichtlinien (Layer Lines) deutlich sichtbar macht, trocknet das aufgeschäumte Filament extrem matt und leicht rau auf.

Diese Textur kaschiert die typischen FDM-Drucklinien hervorragend. Selbst ohne aufwendiges Schleifen oder Grundieren wirken die Druckteile sehr organisch und hochwertig. Für dekorative Objekte ist diese Optik ein echter Gewinn.

Wichtige Tipps für den Druck

Wer das erste Mal mit PLA Lightweight arbeitet, sollte ein paar Eigenheiten des Materials beachten, um perfekte Ergebnisse zu erzielen:

  1. Vorbereitung ist alles: Das Filament ist hygroskopisch. Es zieht Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft und sollte vor dem Drucken getrocknet werden, um Bläschenbildung und ungleichmäßige Extrusion zu vermeiden.
  2. Stringing ist normal: Durch das Aufschäumen in der Düse steht das Material ständig unter leichtem Druck. Retracts (Rückzüge) funktionieren hier nicht so effizient wie bei Standard-PLA. Leichtes Stringing (Fadenbildung) lässt sich kaum vermeiden, kann aber nach dem Druck problemlos mit einem scharfen Skalpell entfernt werden – das Material schneidet sich durch die weiche Struktur wie Butter.
  3. Druckstrategie: Um Leerfahrten und damit Stringing zu minimieren, sollte man idealerweise immer nur ein Modell pro Druckbett fertigen. Im Slicer hilft zudem die Funktion "Kreuzen der Perimeter vermeiden".
  4. Kalibrierung: Vor dem eigentlichen Projekt ist der Druck eines Kalibrierungswürfels ratsam, um den Flow (Flussrate) und die Temperatureinstellungen für den optimalen Aufschäumgrad des eigenen Druckers zu finden. Meist muss der Flow drastisch reduziert werden (oft auf ca. 45 bis 50 %).

Fazit

Mit dem Prusament PLA Lightweight liefert Prusa ein hervorragendes Spezial-Filament für Hobby-Maker. Die Spulen sind zudem oft mit der praktischen NFC-Technologie (OpenPrintTag) ausgestattet, was die Profilauswahl im PrusaSlicer noch komfortabler macht.

Auch wenn es etwas empfindlicher für Kratzer ist als normales PLA, ist es für RC-Flugmodelle, Cosplay und gewichtsoptimierte Projekte eine absolute Bereicherung, die den Aufwand bei der Slicer-Kalibrierung mehr als wettmacht.