Neues Update für BumpMesh: 3D-Modelle kinderleicht texturieren
Gute Nachrichten für alle Maker, Technik-AGs und 3D-Druck-Fans: Stefan Hermann, bekannt vom YouTube-Kanal CNC Kitchen, hat sein geniales Browser-Tool BumpMesh mit einem großen Update versehen. Es gibt nun eine integrierte Galerie mit 64 neuen Texturen, die ihr mit wenigen Klicks direkt auf eure STL-, OBJ- oder 3MF-Modelle legen könnt.
Wie funktioniert BumpMesh? (Einfach erklärt)
Das Prinzip nennt sich „Displacement“ (Verschiebung) und ist im Grunde ganz simpel: Das Tool nutzt ein Graustufenbild, um die Oberfläche eures 3D-Modells zu verformen.
- Schwarze Bildbereiche verändern das Modell nicht.
- Weiße Bildbereiche heben die Oberfläche an.
Damit das klappt, unterteilt das Programm die Modelloberfläche in unzählige winzige Dreiecke (Mesh) und dünnt diese vor dem Speichern wieder intelligent aus, damit die Datei nicht zu riesig wird. Besonders praktisch für Schulen: Die gesamte Berechnung findet lokal im Browser statt. Es müssen keine Daten in eine Cloud hochgeladen werden und man braucht kein Benutzerkonto – perfekt für Schulrechner!
Was bringt das neue Update?
Statt mühsam eigene Muster im Netz suchen zu müssen, bietet die neue Galerie die Texturen nun direkt im Tool an, sortiert in praktische Gruppen. Allein die Kategorie „Natural“ liefert 17 tolle Vorlagen für kreative Schulprojekte oder Hobby-Drucke, darunter:
- Baumrinde & drei verschiedene Holzmaserungen
- Bambus & Blätter
- Leder & Fischschuppen
- Kopfsteinpflaster & Dachziegel
Wofür kann man die Texturen im 3D-Druck nutzen?
Texturen sehen nicht nur gut aus, sie lösen auch typische 3D-Druck-Probleme:
- Druckfehler kaschieren: Raue Muster können die unschöne Z-Naht (Startpunkte der Schichten) nahezu unsichtbar machen.
- Ergonomie verbessern: Werkzeuge, Joysticks oder Griffe bekommen durch die Textur deutlich mehr Grip.
- Stabilität erhöhen: Wer gerne im schnellen „Vasenmodus“ (Spiralguss) druckt, kann dünne Wände durch umlaufende Rippen-Texturen spürbar versteifen.
Wichtige Tipps für den FDM-Drucker
Damit die Ergebnisse auf dem Heizbett auch wirklich gelingen, gibt Stefan Hermann ein paar praktische Ratschläge mit auf den Weg:
- Sichtbarkeit: Wählt eine Amplitude (Erhebung) von mindestens 0,3 mm, sonst gehen die feinen Details beim FDM-Druck (Filamentdruck) verloren.
- Maskieren: Flächen, die flach auf dem Druckbett aufliegen sollen, sowie sehr flache Überhänge solltet ihr im Tool ausmaskieren (also von der Texturierung ausschließen).
- Grenzen: Man kann aktuell nur eine Textur pro Arbeitsschritt anwenden. Bei sehr komplexen Formen oder tiefen Hohlräumen können manchmal Fehler an den Verbindungsnähten entstehen.
Kostenlos loslegen: Das Tool ist sowohl für private Basteleien als auch für den Unterricht und sogar für kommerzielle Projekte komplett kostenlos. Ihr findet es unter bumpmesh.com. Für die Informatik-Interessierten unter euch: Der Quellcode ist Open Source und liegt auf GitHub bereit. Viel Spaß beim Ausprobieren!