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Was ist eigentlich ein „Vintage“ 3D-Drucker?

Was bedeutet "Vintage" eigentlich im Bereich des Hobby-3D-Drucks? Bei Autos denken wir sofort an den Ford Model T, bei Handys vielleicht an den riesigen Motorola-Knochen oder das unverwüstliche Nokia 3310. Aber wie sieht ein echter Oldtimer unter den 3D-Druckern für den Heimgebrauch aus?

Viele von uns sind erst in das Hobby eingestiegen, als 3D-Drucker für Heimanwender langsam massentauglich wurden – ausgestattet mit stabilen Rahmen aus Metall und Aluminium. Doch die wahren "Vintage"-Modelle aus den frühen Bastelkellern bestanden oft noch aus lasergeschnittenem Holz. Genau diese Ära lässt das Projekt 👉 „This Old 3D Printer“ mit seiner beeindruckenden Sammlung von mittlerweile 48 klassischen Hobby-Druckern wieder aufleben.

Modernes Gehirn für alte Hardware

Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Maker-Community auf Plattformen wie Reddit zu zeigen, dass diese alten Schätzchen noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Es werden regelmäßig Fotos und Videos veröffentlicht, die die Leistungsfähigkeit der Retro-Geräte demonstrieren.

Jeff, in der Community besser bekannt als RainMotorsports und Gründer des Projekts, erklärt seine Mission:

„Ich habe 'This Old 3D Printer' ins Leben gerufen, um Bastler dazu einzuladen, gemeinsam daran zu arbeiten, alte Drucker mit aktueller Marlin- und Klipper-Firmware aufzurüsten.“

Ein besonderes Highlight aus seiner Werkstatt: Kürzlich hat er Klipper auf einem MakerBot Thing-O-Matic installiert – ein echter Pionier-Move, bei dem er in der Retro-Drucker-Szene wahrscheinlich der Erste war.

8-Bit, Gewindestangen und ganz viel Sperrholz

(Die Sammlung von This Old 3D Printer wird unter anderem auf RepRap-Festivals ausgestellt.)

Die stetig wachsende Sammlung, die noch in diesem Jahr auf der 3DPrintopia ihr Debüt feiert, ist eine bunte Mischung aus der Frühzeit des 3D-Drucks. Die Kriterien für die Aufnahme in die Sammlung sind ganz im Geiste der frühen Maker-Bewegung:

„Wir stehen auf 8-Bit-Boards, Gewindestangen und Sperrholzrahmen“, sagt Jeff. Die jüngste Maschine, die noch als "vintage" durchgeht, ist aktuell die 2015 via Kickstarter finanzierte E3D BigBox, deren Grundgerüst ebenfalls aus Holz besteht. Zwar gibt es keine harten Grenzen, wenn es darum geht, anderen bei der Überholung ihrer Drucker zu helfen, aber für die eigene Sammlung liegt der Fokus klar auf den Ursprüngen. Für die Zukunft stehen deshalb legendäre RepRap-Modelle wie der Darwin und der Mendel ganz oben auf der Wunschliste.

Der perfekte Einstieg in die Retro-Drucker-Welt

Welcher Drucker eignet sich am besten, wenn man selbst in die Retro-Bastelei einsteigen möchte? Für Jeff ist die Antwort klar: Der Ultimaker Original aus dem Jahr 2011.

Auch wenn sich hier die Geister in der Community scheiden mögen, besticht das Gerät durch geniale Eigenschaften:

  • Kompaktes Design: Sehr platzsparend und ideal für kleine Hobbyräume.
  • Wartungsfreundlich: Leicht zu reparieren und umzubauen.
  • Standard-Komponenten: Das Hotend nutzt klassische Heizpatronen und austauschbare Düsen.
  • Elektronik: Die Platine ist ein Arduino-Shield im RAMPS-Stil, das sich einfach reparieren lässt und mit Standard-Marlin läuft.

Das durchdachte Cross-Gantry-Design erlaubt zudem erstaunlich hohe Geschwindigkeiten. Jeff betreibt seinen Ultimaker Original mittlerweile mit Klipper und nutzt Input Shaping bei atemberaubenden 10.000 mm/s² Beschleunigung!

Die Community im Fokus

Da 48 Drucker eine Menge Platz beanspruchen, liegt der Fokus des Projekts künftig eher auf der Vernetzung der Bastler-Community als auf der reinen Vergrößerung der eigenen Sammlung im heimischen Hobbyraum. Wobei... manchmal siegt dann doch die Sammelleidenschaft: Während der Interviews zu diesem Projekt hat sich klammheimlich ein MakerGear Mosaic zur Gruppe gesellt.

„Oh, ich bereue den Kauf nicht im Geringsten! Da ich leider nicht zum Rocky Mountain RepRap Festival (RMRRF) fahren konnte, habe ich das gesparte Benzingeld direkt in diesen Drucker investiert.“

Neben Meilensteinen wie dem Printrbot Plus geht es "This Old 3D Printer" vor allem um eines: Die Leidenschaft für klassische 3D-Drucker zu teilen. Es geht darum, die Hardware zu warten, mit moderner Firmware zukunftsfähig zu machen und zu zeigen, was in diesen Maschinen steckt.

Wer die täglichen Druck-Abenteuer mit Retro-Hardware verfolgen möchte, findet das Projekt auf YouTube, TikTok und Reddit. Über die Website von This Old 3D Printer können Interessierte außerdem direkt Kontakt aufnehmen und sich an den Restaurierungs-Projekten beteiligen.